2011

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Orpheus in der Unterwelt

Pressestimmen:

Wo sich Olymp und Hades zerkugeln
Opulente unvergessliche Bilder und Klangerlebnisse bleibem den Besuchern der Kult-Operette in Erinnerung. ... Keine Angst, auch wer in der Mythologie nicht sattelfest ist und dem turbulenten hinterlistigen Göttertreiben auf der Bühne nicht mehr folgen kann, darf sich fallen lassen. Musikdirektor Kurt Dlouhy und sein hochgradiges Orchester spannen ein Netz zum Auffangen. Gespickt mit Gags und kabarettistischen Sprüngen zum Griechenland-Fiasko und Polit Sumpf bescheren die Götter mit allzu menschlichen Gelüsten im Olymp und im Hades vergnügliche Unterhaltung. Eine tolle Darstellerriege ...
Ein stimmgewaltiger Christian Baumgärtel (Pluto), die Singschauspieler Gernot Kranner (Jupiter) und Erwin Belakowitsch (Orpheus) oder die umschwärmte Eurydike von Claudia Guarin sind Säulen im rundum sehens- und hörenswerten Ensemble. Sonderstellung beim Publikum erspielen sich einmal mehr Gabi Schuchter (Juno) und Willi Narowetz als Diener des Pluto.
KURIER, Wolfgang Atzenhofer, 10.10.2011
Foto-Bericht Premiere

Fazit: Höllisch unterhaltsame Operettenfahrt in die Untiefen der Unterwelt

Überzeugend wirkt das Ensemble: Erwin Belakowitsch ist ein liebenswürdigerOrpheus, Claudia Guarin eine stimmlich wie darstellerisch adäquate Eurydike, Christian Baumgärtel ein ebensolcher Pluto, Gernot Kranner ein goldiger Jupiter, Gabriele Schuchter brilliert als schrullige Göttergattin Hera. Regisseurin Isabella Gregor hat eine anspielungsreiche Fassung erstellt und zu schönen Bildern gefunden, Kostüme (Agnes Hamvas) und Bühnenbild (Arno Popotnig) erfreuen das Auge, am Pult koordiniert Kurt Dlouhy.
NÖN, Ewald Baringer, 10.10.2011

Premiere wurde vom Publikum mit großem Beifall aufgenommen

Kurt Dlouhy leitete in bewährter Weise das Kammerorchester der Anton-Bruckner-Universität Linz. 
Ein sehr homogenes, überzeugendes Ensemble hat Intendant Michael Garschall zusammengestellt: Erwin Berlakowitsch als liebenswürdiger Musiklehrer Orpheus, ob quälender Geigenkratzerei von seiner rassigen Eurydike (Claudia Guarin) als “Andre Rieu für Arme” bezeichnet, Julia Cencig als “öffentliche Meinung” im Pressekostüm – überhaupt sind die Kostüme von Agnes Hamvas eine Augenweide -, Christian Baumgärtel als sinnenfroher Herrscher der Unterwelt, Gernot Kranner als goldglitzernder Jupiter, dem zwischendurch die Nespresso-Kapseln ausgehen, nicht zuletzt Gabriele Schuchter, die als Prachtexemplar einer üppigen Hera auch ihren berüchtigten Jodler loslassen darf. Natürlich sind auch die beliebten Mitwirkenden aus dem lokalen Umfeld wieder dabei, wie das Original Willi Narowetz als skurriler John Styx, einst Prinz von Arkadien, oder Christiana Bruckner als Kriegsgott Mars. Beim populären Cancan-Finale entgeht man der Versuchung, es sich mit allgemeinem “Hoch das Bein” leicht zu machen, und gestaltet eine sehr differenziert angelegte, höllisch-rasante Szene mit vielen Details und Figuren (Choreografie: Monica Ivona Rusu-Radman). Sehr geschmackvoll wirkt auch das Bühnenbild von Arno Popotnig mit seinen unaufdringlich gesetzten antikisierenden Versatzstücken.
APA, 8.10.2011

Optische Opulenz in Blindenmarkt
ORF NÖ, 8.10.2011

„Megacoole“ Antike in Blindenmarkt
Dem seit 22 Jahren existierenden Herbstfestival (Bez. Melk) kann man blind vertrauen, wenn es um Operette geht. Intendant Michael Garschall und sein Team feierten nun wieder einen Bombenerfolg mit der diesjährigen Produktion... Isabella Gregors eigene, einlagenreiche Fassung sprüht vor spritzigen Einfällen und szenischen Gags ... Bei Kurt Dlouhy, der altbewährt das Kammerorchester der Linzer Bruckner-Uni samt dem starken Festivalchor dirigiert, ist jeder Takt ein Genuss. Ein erprobtes Ensemble singt und spielt wieder einmal wie im Operetten-Olymp großer Häuser: Erwin Belakowitsch und Claudia Guarin als Orpheus und Euridike (Foto: Beck), Christian Baumgärtel als Pluto, Gernot Kranner und Gabriele Schuchter als Jupiter und Juno, Simona Eisinger als Diana und der urkomische „Herbsttage“- Star Willi Narowetz als Styx. Ein temperamentvolles Ballett bringt mit dem Schluss-Cancan die Stimmung des aufgeheizten Publikums auf den Siedepunkt. „Megacool“ würde die heutige Jugend über diese Antike sagen.
Neues Volksblatt, Georgina Szeless, 12.10.2011

Malerische Unterwelt
... Dirigent Kurt Dlouhy brachte bei Orchester und Chor viel Blut in Wallung, mit echtem Gefühl und dynamischem Elan. Am Peloponnes und am Götterberg Olymp sowie in Plutos Unterwelt wird die Geschichte von Orpheus und Eurydike stimmungsvoll, mit parodistischen Einlagen erneuert, lustig und schräg, in einem zauberhaften Bühnenambiente gespielt. ... Das Ensemble stellt sich seinen Aufgaben mit Witz und Selbstironie, allen voran Gernot Kranner als Jupiter, Herr des Olymp. Er steigert sich geradezu in einen Spielrausch und ist als Bühnenfigur eine Wucht. Ihm ebenbürtig ist Christian Baumgärtel als Pluto, Gott der Unterwelt. Claudia Guarin spielt eine überzeugende Eurydike, Erwin Belakowitsch gefällt als Orpheus, ebenso Julia Cencig als die Öffentliche Meinung. Sehr sympathisch Simona Eisinger als Göttin Diana, Robert Kolar als Götterbote Merkur und Christiana Bruckner als Kriegsgott Mars und Magdalena Dlouhy als Minerva. Großartig ist auch Willi Narowetz als Diener des Pluto. ... Besonders reizvoll sind die prächtigen Massenszenarien mit ihrer prägnanten Inszenierung, die zu atemberaubenden Bildern werden. Der berühmt-berüchtigte, höllische Cancan ist ein Ohren- und Augenschmaus, ebenso die faszinierenden Balletteinlagen. Jubel und Begeisterung. Malerisch schön und dramatisch, so präsentiert sich „Orpheus in der Unterwelt“ ...
NÖN Amstetten, Dr. Leopold Kogler, 10.10.2011

Orpheus als Reality-TV

Nur weil er „moralischen Handlungsbedarf“ eingesteht, bequemt sich Orpheus (Erwin Belakowitsch) in den Hades, um seine Göttergattin Eurydike (Claudia Guarin) und zuvorderst sein Ansehen als Geigenvirtuose aus der Unterwelt zu retten. Jacques Offenbach hatte bei der Premiere 1858 den Hofstaat Napoleon III. und die Scheinmoral der feinen Gesellschaft entblättert, Regisseurin Isabella Gregor wirft bei den Herbsttagen schiefe Seitenblicke auf die heutige Hautevolee. Die „öffentliche Meinung“ zwängt sich als Fernsehreporterin ins Getümmel, Live-Einstiege werden auf Videowand eingeblendet: Orpheus wird zur TV-Reality-Show. Dazu werden zuhauf Versatzstücke aus der Fernsehwerbung eingestreut: Im Olymp dampft eine Nespresso-Maschine, für die Orpheus die letzte Kaffeekapsel aus dem Ärmel beuteln muss. Gernot Kranner thront als Jupiter auf einem goldenen Klosett. Gregor betätigt fleißig den Spülknopf für Autoritäten, die heute durch Korruption den Kanal runter gehen. Musikalisch führten weder Ensemble noch Orchester (Dirigent Kurt Dlouhy) ins Schattenreich. Gut gesungen, gut musiziert - es gibt Leute auf dieser Welt, auf die noch Verlass ist.
OÖN, Hannes Fehringer, 10.10.2011

Ein durchschlagender Erfolg! 
Offenbach’s Meisteroperette steckt voller Tücken – viel Text und unverständliche Zeitbezüge, die nach Aktualisierung geradezu schreien; dazu hohe vokale Ansprüche, ein großes Ensemble.. Die 22.Herbsttage von Blindenmarkt bieten jedenfalls eine attraktive Produktion, die jedem Vergleich mit so mancher prominenter Aufführung in Wien oder Salzburg standhalten kann. 
Und spätestens beim finalen „Höllen-Can-Can“ darf sich der Erfolgs-Intendant von Klosterneuburg, Michael Garschall, einmal mehr darüber freuen, dass er seiner Heimatgemeinde zu einem großen musikdramatischen Erfolg verholfen hat. 
Die Aktualisierung durch die Regisseurin Isabella Gregor (begann am Burgtheater eine internationale Karriere) ist witzig, das Bühnenbild von Arno Popotnig originell desgleichen die Kostüme von Agnes Hamvas, die musikalische Umsetzung besonders gut. Noch selten habe ich den „Orpheus in der Unterwelt“ so klangschön realisiert erlebt.
Der einstige Wiener Sängerknabe Erwin Belakowitsch ist ein durch und durch sympathischer Orpheus mit Belcanto-Qualitäten; auch seine gelangweilte bildhübsche Ehefrau Eurydike bietet ein interessantes Timbre und vokalen Glanz: Claudia Guarin vermittelt als gebürtige Kolumbianerin obendrein Temperament und Sinnlichkeit. Besonders positiv fällt Pluto – der Unterwelts-Herr –auf: der Deutsche Christian Baumgärtel kann hinreißend singen, hat einen schön klingenden Tenor und als Dress-Man würde er wohl auch reüssieren. Köstlich das Duo Jupiter und Juno: der vielseitige Gernot Kranner von der Volksoper und die dralle Gabriele Schuchter (Burgtheater bzw. Josefstadt) strapazieren das Zwerchfell des Publikums und servieren ihre Komik voll Charme und Ironie. Vom Rest der Besetzung fallen noch die beiden Göttinnen Diana und Venus - Simona Eisinger und Sarah Tuleweit - durch ihr schönes Sopran-Timbre besonders auf. 
Der neue Merker, Dr. Peter Dusek, 8.10.2011

Himmlische Verhängnisse, höllische Spielchen und amüsierte Zuseher
Wie nicht anders von den Herbsttagen unter der Leitung von Intendant Michael Garschall gwohnt, bürgt das heurige Stück für Qualität. ... Dank eines ausgezeichneten Ensembles und eines Bühnenbildes, das Vorstellungen aus der Kindheit von Himmel und Hölle in realen Gestalten verkörpert, eröffnet diese Stück neue unerwartete Aussichten über das göttliche Dasein. .... Die affine Fähigkeit des Orchesters, Musik direkt unter die Haut gehen zu lassen besitzt das Operettenorchester unter der Leitung von Kurt Dlouhy... 
Alles in allem handelt es sich bei der Operette, bei der Isabella Gregor Regie führt, um eine heitere, humorvolle Möglichkeit, Götter mit ihren doch sehr irdischen Problemen kennen zu lernen ... mit prachtvollen Kostümen schick präsentiert.
Tips Amstetten, Michaela Rafetseder, 12.10.2011

Schwungvoller Offenbach!
Es war eine turbulente, beschwingte Aufführung. ... Die Blindenmarkter, die immer Komplizierteres wagen, ließen es diesmal ganz gehörig rundgehen. ... Beim furiosen Höllengalopp (Choreographie: die bewährte Monica Ivona Rusu-Radmann) klatschte das Publikum ganz begeistert mit. ... 
Mit der gebürtigen Kolumbianerin Claudia Guarin stand eine sehr attraktive Eurydike zur Verfügung, die es durchaus glaubhaft machte, daß sie der Höllenfürst Pluto (sehr gewandt und selbstsicher: der elegant singende Christian Baumgärtel) dem Gatten Orpheus (Erwin Belakowitsch, recht nonchalant und routiniert) entführt. Den Göttervater Jupiter brachte recht glaubhaft Gernot Kranner mit seiner Hilflosigkeit eines Autoritätslosen auf die Bühne ... Gabriele Schuchter als seine Gattin Juno lieferte einen äußerst köstlichen Stöckelschuhauftritt ab. Julia Cencig /Öffentliche Meinung im Stile amerikanischer TV-Reporter war lebhaft und sehr engagiert. ... Intendant Michael Garschall kann auch diesmal zufrieden sein. 
Der neue Merker, Dr. Anton Wendler, 9.10.2011

Großer Applaus bei Operettenpremiere
Bei der Premiere der Blindenmarkter Herbsttage begeisterte das Stück "Orpheus in der Unterwelt" von Jacques Offenbach das Publikum. Die tolle Regie von Isabella Gregor und die gigantische Ausstattung fanden besonders große Bewunderung.
Bezirksblätter Melk, 12.10.2011

Freche Operette voller Witz und Esprit
Die “humorvolle Reise durch Himmel und Hölle” wartet mit einer sensationellen Besetzung auf ... Charmante Sopranistinnen und schmachtende Tenöre verstanden ihr Stimmentalent erfolgreich einzusetzen. Am Dirigentenpult steht Kurt Dlouhy, der das bewährte Festspielorchester durch den höllischen Cancan steuert und dem Prinzip des größtmöglichen Schönklangs huldigt. Chor und Ballett haben zum gesamtmusikalischen Gelingen beigetragen. Unter der Regie von Isabella Gregor ist eine phantasievolle und opulente Inszenierung mit gehöriger Portion Erotik gelungen. ... Gehöriger Applaus und viel Lob und Anerkennung ...
Der Ybbstaler, Mag. Robert Voglhuber, 9.10.2011