2018

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Die Rose von Stambul von Leo Fall  

Pressestimmen:

„Rose“ erblühte bei Herbsttage-Premiere
Eröffnung der 29. Blindenmarkter Herbsttage mit einer schlichtweg beglückenden und amüsanten Produktion der Operette „Die Rose von Stambul“ von Leo Fall.
„O Rose von Stambul, nur du allein, sollst meine Scherezade sein“, ist eine der unsterblichen Walzermelodien. An der Musik Leo Falls fesseln auch heute noch die fantasievollen Klangfarben, die bunt und zugleich voll delikater Poesie über die Bühne gehen. Das Orchester und der Chor des Festivals erledigten ihre Aufgaben unter Dirigent Kurt Dlouhy aufs Eleganteste. Auch die eingestreuten Balletteinlagen sind köstlich. Das Stück ist nicht nur ein besonderer Ohrenschmaus, sondern auch eine Augenweide.

Bühnenbild verbindet Zeit und Raum
In der Regie von Isabella Gregor und der Lichtgestaltung von Klaus-Dieter Vogl und Sonar Lux empfindet man die dreiaktige Operette als Hochgenuss. Die variantenreichen Bühnenbilder bereiten ein opulentes Schauvergnügen. Souverän treffen sie alle Facetten: Orientalisches und Europäisches, Nostalgisches und Gegenwärtiges.
Das Stück, das 1916 uraufgeführt wurde, pendelt sozusagen zwischen den Welten. In Dietmar Solts geschmackvoll noblen bis schräg schrillen Kostümen wird man mit der Welt der schönen Kondja Gül, der Tochter des einflussreichen Kamek Pascha, konfrontiert. Kondja Gül ist eine belesene, freigeistige junge Türkin. Ihr Herz gehört dem Schweizer Dichter André Lery, mit dem sie einen intensiven Briefwechsel führt.
Die Besetzung, die mit Ovationen gefeiert wird, lässt kaum Wünsche offen. Andreja Zidaric gibt die aufgeklärte junge Türkin Kondja mit offenherzigen Showqualitäten und trumpft mit Stimme, Temperament und Gefühlen ganz schön auf.

Darsteller überzeugten in ihren Rollen
Iurie Ciobanu gibt als ihr Zukünftiger, Achmed Bay, der für sie ausgewählt wurde, eine glaubwürdige Figur ab. Ausgezeichnet auch Claus J. Frankl als Kamek Pascha und Verenate Best als Midili Hanum. Applaus für das ganze Ensemble. Immer wieder gibt es spezielle Sondereinlagen, wie etwa die überdimensionalen Seifenblasen. Eine Produktion voll Ernst und Witz und der Chose fehlt es nie an Temperament.
NÖN